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DVD

DVD

Die DVD ist ein digitales Speichermedium, das optisch einer CD ähnelt, aber über eine deutlich höhere Speicherkapazität verfügt und vielfältiger nutzbar ist. Das Kunstwort DVD geht ursprünglich auf die Abkürzung von Digital Video Disc und später Digital Versatile Disc (englisch für digitale, vielseitige Scheibe) zurück, ist seit 1999 aber nach Angaben des DVD-Konsortiums ein eigenständiger Begriff und unabhängig von einer Langform. In der Alltagssprache wird der Ausdruck DVD im Zusammenhang mit Filmen häufig verwendet im Sinne des logischen Formats DVD-Videos. Dieser Artikel gibt Überblicksinformationen zur DVD in Geschichte, Varianten und Herstellung. Speziellere Details finden sich in den Artikeln DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM, DVD-RAM, DVD±R und DVD±RW.

Geschichte und Verbreitung

Anfang der 1990er konnte sich die Compact-Disc als Massenspeicher-Medium bei Computern durchsetzen. Dadurch wuchsen nicht nur die Anwendungsfelder, sondern auch die Bedürfnisse der Verbraucher und der Unterhaltungsindustrie. Gewünscht wurde ein Medium, mit dem Videos ähnlich komfortabel gehandhabt werden können wie Musik- und Sprachaufnahmen mit der CD. Zwar gab es dies bereits als Video-CD (kurz: VCD), jedoch konnten auf der VCD maximal 74 Minuten Videomaterial in knapp VHS-Qualität untergebracht werden. Dies führte bei Spielfilmen dazu, dass die VCD mitten im Film gewechselt werden musste, ähnlich wie früher eine Musikkassette oder Langspielplatte. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises eines VCD-Players (damals bei ca. 1000 DM), der wenigen Anbieter solcher Geräte und dem daraus resultierendem Mangel an Preiskampf, sowie des über Jahre geringen Angebotes an VCD-Filmen mit überdurchschnittlich hohen Preisen im Vergleich zu VHS-Versionen, konnte sich die VCD außer in China nie wirklich durchsetzen. Als Träger von kopierten Filmen ist sie jedoch insbesondere in Asien noch verbreitet. Die Unterhaltungsindustrie arbeitete bereits daran, die Kapazität der CD zu erhöhen. Hierbei gab es zwei unterschiedliche Konzepte: Sony und Philips betrieben die Entwicklung der Multimedia-CD (kurz: MMCD), Toshiba und Time Warner favorisierten die Super Density CD (kurz: SD). Auf Druck der Film-Industrie, die, in Erinnerung an die Markteinführung der Videorekorder, nicht mehrere Standards unterstützen wollte, einigten sich die zwei Lager gegen Ende 1995 auf einen gemeinsamen Standard. Da die DVD zunächst als reines Speichermedium für Videodaten gedacht war, stand DVD anfangs für „Digital Video Disc“. Dies wurde jedoch revidiert, als andere Verwendungsmöglichkeiten abzusehen waren; man einigte sich auf „Digital Versatile Disc“ (versatile = vielseitig). Es dauerte jedoch noch über ein Jahr, bis die ersten Abspielgeräte und DVD-Medien in den Handel kamen. Unstimmigkeiten wegen zu verwendender Kopierschutz-Verfahren waren der Grund. Zudem gelang es der Film-Industrie, mit einem Regionalcode Marktkontrolle zu gewinnen. Mit dem Code soll verhindert werden, dass z.B. eine DVD aus den USA auf einem europäischen Gerät abspielbar ist. Die Film-Industrie fürchtete hier Umsatzeinbußen, da Filme in den USA oft schon auf dem Videomarkt erhältlich sind, während sie in Europa noch gar nicht im Kino gezeigt wurden. Als Marketingstrategie ist auch bekannt, dass mit der regionalen Beschränkung der Anwendbarkeit von Produkten Käufern globales Einkaufen vergällt wird und deswegen in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Preise (sogenannte "Marktpreise") erzielbar sind. Sowohl der verwendete Wiedergabeschutz Content Scrambling System als auch der Regionalcode sind mittlerweile zwar leicht zu umgehen, jedoch reagierte die Industrie darauf einerseits mit rechtlichen Maßnahmen und andererseits mit dem Druck auf die Hersteller von DVD-Laufwerken, die Abfrage des Regionalcodes gerätetechnisch zu implementieren. 1999 kamen die ersten DVD-Brenner in den Handel, die Preise lagen jedoch bei weit über 2.500 €. Seit 2001 werden in Deutschland mehr Spielfilme auf DVD verkauft als auf vorbespielten VHS-Kassetten (siehe [http://www.heise.de/newsticker/data/sha-08.11.01-000 Artikel bei heise.de]). Mittlerweile wird an einigen DVD-Standards gearbeitet, bei der durch Abtastung der noch enger gesetzten Pits und Lands mit einem blau-violetten Laserstrahl noch höhere Datenmengen untergebracht werden können. Mögliche Nachfolgeformate sind die so genannte Blu-ray Disc (kurz: Blu-ray) und die High Density DVD (kurz: HD-DVD).

DVD-Formate

Finalized Versatile Disc Die DVD gibt es in zahlreichen Varianten, welche als DVD-Formate bezeichnet werden. Alle acht DVD-Formate lassen sich in zwei Gruppen kategorisieren:
- Drei spezielle DVD-Formate, die für bestimmte Verwendungszwecke optimierte Datenstrukturen aufweisen (und ursprünglich nur einen Lesezugriff erlaubten): DVD-Video, DVD-Audio und DVD-ROM.
- Fünf für den Konsumenten beschreibbare DVD-Formate: DVD-RAM, DVD-R, DVD+R, DVD-RW und DVD+RW. Diese fünf Formate lassen sich mit dem bloßen Auge von den drei erstgenannten anhand ihrer Rückseite unterscheiden. Die vom Konsumenten selbst beschreibbaren DVDs besitzen keine graue Rückseite (wie die CD), sondern sind farbig wie etwa blau, violett oder braun. Die DVD-RAM hat außerdem charakteristische aufgedruckte Sektormarken.

DVD-Datenstrukturen

Die DVD wird für folgende drei Verwendungszwecke eingesetzt, für die jeweils eigene DVD-Formate für spezielle Datenstrukturen geschaffen wurden:
- DVD-Video ermöglicht die Wiedergabe von Bewegtbildern und Ton mit DVD-Video-fähigen Abspielgeräten.
- DVD-Audio ermöglicht die Wiedergabe von Standbildern und Ton in sehr hoher Qualität mit DVD-Audio-fähigen Abspielgeräten.
- DVD-ROM ermöglicht das Lesen von allgemeinen Daten (Computerdaten). Daneben gibt es auch sogenannte Hybrid-DVD, welche wie ein „Mischling“ die Eigenschaften einer DVD-Video, DVD-Audio oder DVD-ROM in einer DVD kombiniert. Eine solche Hybrid-DVD enthält Videos, Musik und Computerdaten und präsentiert im DVD-Player, DVD-Rekorder oder DVD-Laufwerk des Computers die jeweils abspielbaren Inhalte. Technisch ist eine Hybrid-DVD sehr einfach möglich, weil die DVD-Video und DVD-Audio auf der DVD-ROM basieren. Die DVD-ROM speichert alle Inhalte als Dateien nach dem UDF-Dateisystem ab. Für die DVD-Video und DVD-Audio mussten dann nur zwei weitere Festlegungen vorgenommen werden: Die erlaubten Dateiformate und der Ablageort auf der DVD. Für die Hybrid-DVD ist besonders der Ablageort interessant. Wird eine DVD-Video oder Hybrid-DVD zum Beispiel in einem DVD-Rekorder eingelegt, so sucht dieser die Filmdateien im Unterverzeichnis VIDEO_TS. Nach dem gleichen Schema sucht ein DVD-Player die Audiodaten im Unterverzeichnis AUDIO_TS. Im DVD-Laufwerk eines Computers sind hingegen alle Dateien einer DVD ersichtlich, weil dieses jede DVD als eine DVD-ROM behandelt.

Beschreibbare DVD-Formate

UDF-Dateisystem-Camcorder mit direkter Aufzeichnung auf eine 8cm DVD]] Der Endbenutzer kann nicht nur käufliche DVDs abspielen (die im Presswerk hergestellt wurden), sondern er kann mit einem DVD-Brenner auch eigene DVD-Videos, DVD-Audio oder DVD-ROMs erstellen. DVD-Brenner sind beispielsweise in Computern und Hifi-DVD-Rekordern eingebaut und benötigen beschreibbare DVD-Formate. Historisch haben sich aus Kostengründen die fünf verschiedenen DVD-Formate DVD-R, DVD+R, DVD-RW, DVD+RW und DVD-RAM entwickelt mit einfacher und doppelter Speicherkapazität (DL). Sie werden nach folgender Systematik bezeichnet: Die drei DVD-Formate, die vom DVD-Forum stammen, werden auch als Minus-Standard bezeichnet. Nur diese Formate dürfen auch das offizielle DVD-Logo tragen. Entsprechend werden die zwei DVD-Formate von der DVD+RW-Allianz mit einem „+” auch als Plus-Standard bezeichnet. Die DVD-Formate nach dem Plus-Standard sind technisch einfacher aufgebaut und die Lizenzgebühren für die Patentnutzung sind bedeutend niedriger. Diese anfänglichen Preisvorteile des Plus-Standards gibt es inzwischen durch den harten Wettbewerb mit dem Minus-Standard nicht mehr. Die Formatvielfalt führte anfangs zu einer Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten, da unklar war, welches beschreibbare DVD-Format die größere Investitionssicherheit aufweist. Die Industrie reagierte seit 2003 darauf mit (preisgünstigen) Multi-Brennern, die sowohl das Minus- als auch das Plus-Format unterstützten. Seit 2004 werden einige dieser fünf DVD-Formate auch für den Konsumenten nicht nur mit einer, sondern mit zwei übereinandergeklebten beschreibbaren Schichten angeboten. Diese DVDs werden mit dem Kürzel „DL” für „Dual Layer” gekennzeichnet, wie zum Beispiel „DVD-R DL”, „DVD+R DL” und „DVD-RAM DL”. Bei RW-Rohlingen verhindern die zu geringen Reflexionseigenschaften den Einsatz einer zweiten Schicht. 2004 Die fünf beschreibbaren DVD-Formate lassen sich unterscheiden nach ihrer Veränderbarkeit und Datensicherheit. # Die fünf beschreibbaren DVD-Formaten lassen sich in zwei Gruppen einteilen nach ihrer Veränderbarkeit: #
- DVD-Rohlinge, die nur einmal beschreibbar sind: DVD-R und DVD+R. Bei diesen Medien wird die Information in einen sogenannten Dye geschrieben. Dies ist ein organischer Farbstoff, meist violetter Farbe. #
- DVD-Medien, die nachträglich veränderbar sind: DVD-RW, DVD+RW, DVD-RAM. Die RW-Medien verwenden als funktionelle Schicht anstatt des bei den DVD-Rohlingen verwendeten Dyes eine metallische Schicht. Bei den DVD-Medien ist die DVD-RAM 100 Mal öfter wiederbeschreibbar (circa 100.000 Mal) als die DVD-RW bzw. DVD+RW, die etwa 1.000 Schreibvorgänge überstehen. # Weiterhin ist die Datensicherheit ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal der einzelnen beschreibbaren DVD-Formate: #
- Die DVD±R reagieren aufgrund ihrer organischen Farbstoffe viel empfindlicher auf Sonnenlicht und Hitze als die DVD±RW mit ihren anorganischen Farbpigmenten. #
- Andererseits ist bei der DVD±RW erst nach mehrfachem Schreiben (2–10 mal) sichergestellt, dass die Daten stabil gespeichert bleiben, weil sich erst danach die chemischen Eigenschaften nicht mehr so leicht verändern. #
- Die DVD-RAM weist von allen beschreibbaren DVD-Formaten die höchste Datensicherheit auf, weil sie zusätzlich folgende zwei Eigenschaften aufweist: #
- # Sektorierung: DVD-RAM-Medien besitzen eine eingeprägte Sektorierung, die sich visuell als ein Muster von kleinen verstreuten Rechtecken auf der Unterseite einer DVD-RAM zeigen, siehe Abbildung. Sie dienen einer höheren Lese- und Schreibgenauigkeit. #
- # Defektmanagement: Die DVD-RAM besitzt dasselbe bewährte Defektmanagement wie Festplatten. Jede geschriebene Information wird von der Hardware kontrollweise gelesen (verifiziert) und ggf. verbessert. Es gibt daher keine versteckten Schreibfehler wie bei der DVD±R oder DVD±RW.

Technik

Zur Technik der DVD wird zuerst die Speicherkapazität und die Zugriffstechnik erläutert. Anschließend werden die Aspekte der DVD-Herstellung für die Hersteller beleuchtet. Die Technik zur Erstellung von DVDs durch den Konsumenten ist bereits unter dem Kapitel „beschreibbare DVD-Formate“ und DVD-Brenner dargestellt worden.

Speicherkapazität und Zugriffstechnik

Die Spezifikationen sehen die folgenden DVD-Typen in der Version 2 vor. Auf die Darstellung der seltenen Version 1 wird verzichtet. Für eine besser lesbare Tabelle erfolgt die Angabe der Brutto-Speicherkapazität in GiB bzw. GB statt in Byte. Die tatsächlich nutzbare Speicherkapazität hängt vom verwendetem Dateisystem der DVD ab. Zwei Gründe erklären die im Vergleich zur herkömmlichen CD erheblich größere Speicherkapazität der DVD:
- Zum einen sind die Datenspuren mit ihren Vertiefungen (Pits and Lands) schmaler und enger nebeneinander gereiht als auf einer CD. Zudem sind die möglichen Vertiefungslängen kleiner. Das bedeutet vor allem, dass auf weniger Raum mehr Daten gespeichert werden können, erhöht aber zugleich die Anfälligkeit gegenüber Kratzern oder anderen Verunreinigungen der Oberfläche.
- Zum anderen ist es möglich, auf einer (zweilagigen) DVD zwei Datenschichten übereinander zu lagern.

Neue Technologien

Zur Nutzung beider erweiterter Technologien braucht es höherfrequente (das heißt, die Farbe des Lasers ist in Richtung Blau verschoben) und genauere Laser als zum Auslesen einer CD. Um die zweite Datenschicht lesen zu können, muss der Laser dazu noch leicht anwinkelbar sein. Zusammen mit der veränderten Laserfokussierung ist es so möglich, die untere („verdeckte“) Schicht lesen zu können.

Datenkodierung

Die Binärdaten auf einer DVD werden nach der sogenannten „Eight-to-Fourteen-Modulation-plus” (EFMplus) geschrieben. Diese stellt sicher, dass alle 2 bis 10 Takte sich die Polarität des ausgelesenen Signals ändert. Das geschieht, wenn der Laser in der Spur einen Übergang von einer Vertiefung („pit”) zu einem Abschnitt ohne Vertiefung („land”) passiert oder umgekehrt. Der Hintergrund ist hierbei folgender: Die Abschnitte mit Vertiefungen bzw. ohne Vertiefungen müssen lang genug sein, damit der Laser die Veränderung erkennen kann. Würde man ein Bitmuster direkt auf den Datenträger schreiben, würden bei einem alternierenden Signal (1010101010101010...) falsche Werte ausgelesen werden, da der Laser den Übergang von 1 nach 0 beziehungsweise von 0 nach 1 nicht verlässlich auslesen könnte. Die EFMplus-Modulation bläht das Signal von 8 Bit auf 16 Bit auf und wählt die Füllbits so, dass die oben erwähnte Forderung, dass alle 2 bis 10 Takte sich die Polarität ändert, also ein Übergang von 1 nach 0 oder umgekehrt geschieht, erfüllt wird.

Brenner

Nachdem die ersten DVD-Brenner nur eine Datenmenge von 3,4 GB (Gigabyte) auf einen einmal beschreibbaren DVD-Rohling speichern konnten, wurde die Kapazität später auf die volle Größe einer DVD-5 (4,38 GB) angehoben und zusätzlich wiederbeschreibbare Medien mit diesem Fassungsvermögen vorgestellt. Seit Mitte 2004 beherrschen DVD-Brenner auch die Doppelschicht-Technik (dual layer), welche die Speicherung von Daten auf einem zweischichtigen Rohling ermöglicht. Der zweite Datenlayer besitzt weiter gesetzte Pits und Lands, um ein Lesen durch die untere Schicht hindurch zu ermöglichen und ist somit kleiner. So fasst ein solcher Rohling statt 9 GB (die Kapazität zweier DVD-5) lediglich 7,95 GB.

Duplikation


- DVD-Pressung: Die Herstellung einer DVD oder einer CD (ROM und Video) besteht aus vier Schritten nach Anlieferung der Master-DVD-R beziehungsweise eines Streamer-Tapes („DLT“-Format) an das Presswerk.
- Premastering: Zuerst wird geprüft, ob der Standard (das Book) erfüllt ist, das heißt ob der Datenträger den Spezifikationen entspricht. Danach wird mit der Berechnung des EDC (Error Detection Code) und ECC (Error Correction Code) begonnen. Dies dauerte ursprünglich zwischen 5 und 16 Stunden. Anschließend werden Time-Code, Inhaltsinformation der Tracks und TOC (Table of contents) usw. generiert und ein Image der DVD/CD erstellt. Die Daten können nun dem Mastering zugeführt werden.
- Mastering: Die aufbereiteten Daten aus dem Premastering werden auf einen Glasmaster (eine Glasscheibe) übertragen, indem ein modulierter Laserstrahl die darauf aufgetragene Substratschicht (ein Farbstoff) von innen nach außen belichtet. Im Entwicklungsbad werden dann die belichteten Stellen ausgewaschen, die Pits entstehen. Anschließend wird der Glasmaster mit einer 100 nm dicken Silberschicht bedampft. Im Anschluss daran folgt ein erstes Auslesen als Qualitätsprüfung. [Nur nebenbei: Die Kosten für die Glasmasterproduktion (zwischen 300 € und etwa 3.000 €) werden bei geringen Auflagen von den meisten Presswerken extra berechnet; darauf ist bei der Kalkulation zu achten!]
- Galvanik: Es werden nun Negative des Glasmasters erstellt, die für die Pressung als Stempel verwendet werden können.

Serienanfertigung

Generell werden die Disks aller DVD-Formate aus zwei einzelnen aus Polycarbonat gespritzten Kunststoffscheiben von etwa 0,6mm Dicke hergestellt. Dabei hat die untere "Halbscheibe" (Layer 0) einen Stapelring als Abstandshalter. Die obere "Halbscheibe" (Layer 1) trägt bei dem Format DVD-5 keine nutzbaren Informationen und wird daher als "Dummy" bezeichnet. Die eigentliche DVD entsteht, wenn beide Hälften mit unter UV-Licht aushärtendem Lack verklebt werden ("bonden", Schichtdicke etwa 50µm). Um eine gleichbleibende Qualität der hergestellten Scheiben zu gewährleisten sind in den Produktionsanlagen üblicherweise hochauflösende Kamerasysteme integriert. Stichprobenartig kommen auch offline-Messlaufwerke zum Einsatz. Bei dem Herstellvorgang gibt es große Unterschiede zwischen prerecorded discs ("Kauf-Videos") und recordable/rewritable discs ("Rohlinge"). prerecorded: Die Formate DVD-5,-9 und -10 können meist auf derselben Maschine hergestellt werden. Dabei werden die Informationen mit Matrizen ("Stamper") in das heiße Polycarbonat gepresst (Spritzprägen). Um die Daten für die Laufwerke lesbar zu machen, werden die Halbscheiben mit Metall beschichtet ("sputtern"). Bei DVD-5, DVD-10 und dem Layer 1 bei DVD-9 wird Aluminium voll reflektierend gesputtert (etwa 50nm). Da bei DVD-9 beide Informationsschichten von einer Seite gelesen werden, wird die untere ("Layer 0") halb-transparent mit Gold, Silizium oder Silber-Legierungen beschichtet (etwa 10-15nm). DVD-14 und DVD-18 erhält man, indem zwischen die Halbscheiben eine mit DVD-Strukturen versehene Folie eingebracht wird. recordable/rewriteable: In die späteren Datenebene wird eine spiralförmige Vertiefung ("Groove") eingedrückt, die zusätzliche Informationen für die Positionierung der Laufwerke enthält. Bei recordable discs (±R) kommt in diese Rille ein Farbstoff, bevor die reflektierende Silber- oder Gold-Schicht aufgebracht wird. Bei rewriteable discs (±RW) wird die Reflexions- und Datenschicht aus verschiedenen metallischen Werkstoffen durch sputtern hergestellt (Phase-Change-Technologie).

DVD-Brennen

Beim Brennen ist kein Glasmaster erforderlich, sondern nur ein Computer, ein DVD-Brenner und Brenn-Software. Für das Brennen benötigt man DVD-Rohlinge, die in unterschiedlichen Qualitäten als DVD-R, DVD+R, DVD-RW und DVD+RW erhältlich sind. Durch die verschiedenen DVD-Formate besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die gebrannte DVD auf einigen DVD-Playern nicht abspielbar sein wird. Deswegen sollte man sich nach der Kompatibilität des Brenners und der gewünschten Abspielgeräte vor dem Kauf der Rohlinge genau erkundigen. Einige DVD-Brenner bieten die Möglichkeit, DVD+R und DVD+RW Rohlinge mit dem Booktype DVD-ROM zu kennzeichnen und dadurch deren Akzeptanz durch DVD-Abspielgeräte deutlich zu erhöhen.

Labelaufdruck / Beschriftung

Für den Labelaufdruck bei der DVD stehen, ebenso wie bei der CD, verschiedene Drucktechniken zur Verfügung:
- Siebdruck. Im Siebdruck sind bis zu 6 Labelfarben möglich, es können Schmuckfarben (HKS oder Pantone) gewählt werden. Siebdruck ist derzeit die gängigste Variante, um CDs oder DVDs zu bedrucken, wird aber zunehmend vom Offsetdruck verdrängt. Der Siebdruck ist geeignet für gepresste CDs und DVDs, auch die Rohlingsbedruckung im Siebdruck ist möglich. Im Siebdruck sind die Farben sehr brillant.
- Trockenoffsetdruck. Im Trockenoffset sind 4 Labelfarben möglich (CMYK), kombiniert mit dem Siebdruck bis zu 6 Labelfarben (CMYK im Offset und zusätzlich weiß Vollfläche und eine Schmuckfarbe oder Glanzlack im Siebdruck). Auf Grund der höheren Auflösung als im Siebdruck ist der Offsetdruck ideal für fotorealistische Darstellungen. Seit Anfang 2004 ist der Offsetdruck nicht nur für gepresste CDs und DVDs, sondern auch für CD-Rohlinge und DVD-Rohlinge möglich.
- Thermotransferdruck. Bei diesem Druckverfahren wird mit einem speziellen Drucker Farbe von einem Farbband durch Erhitzung des Druckkopfes auf die CD oder DVD übertragen. Technisch bedingt ist das Druckverfahren eher für Schriften und Logos geeignet. In der Praxis wird dieses Verfahren bei kleinen Auflagen (gebrannte CDs und DVDs) angewendet.
- ThermoREtransferdruck. Der ThermoREtransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks. Das Labelmotiv wird im Thermotransferdruckverfahren auf ein Übertragungsband gedruckt und davon dann eine Folie auf die CD oder DVD aufgebracht. Durch diese Technik ist eine bessere Auflösung möglich. So kann bereits bei Kleinauflagen ein fotorealistischer Druck erreicht werden.
- Tintenstrahldruck Es gibt spezielle DVD- bzw. CD-Rohlinge, welche gegenüber der Datenseite eine weiße Druckseite besitzen. Diese besteht aus einem speziellen, saugfähigen Material, welches ein Verlaufen der Tinte verhindern soll. Zum Bedrucken sind spezielle Drucker nötig, deren Technologie sich kaum von der unterscheidet, die zum Bedrucken von Papier genutzt wird. Entsprechend gibt es auch Drucker, die sowohl CDs, DVDs als auch Papier bedrucken können. Praktisch findet dieses Verfahren nur bei Heimanwendern und sehr kleinen Auflagen von gebrannten Medien eine Anwendung.
- Aufklebe-Label Diese Methode ist für den Heimanwender am günstigsten zu realisieren, sie weist jedoch gravierende Nachteile auf. In einem gewöhnlichen Drucker werden A4-Seiten mit dem Labelmotiv bedruckt. Diese sind so vorperforiert, dass sich – je nach Typ – zwei oder drei runde, selbstklebende Label vom Träger ablösen lassen und manuell auf eine DVD aufgeklebt werden können. Durch das Anbringen der Klebeschicht tritt eine Wölbung des Datenträgers auf, welche über mehrere Jahre hinweg stärker wird. Dies erschwert die Laserfokussierung und macht die DVD sofort oder nach längerer Zeit unlesbar. Bei Metallklebefolien tritt dieser Effekt auch auf, aber in geringerem Maße.
Weitaus schwerwiegendere Nachteile sind zum einen Unwuchten durch schief aufgebrachte Etiketten, die die DVD im Laufwerk zum Schlingern bringen, sowie Etiketten, die sich auf Grund schlechtem oder überaltertem Kleber beim Abspielen im Laufwerk ablösen.
- Manuelle Beschriftung Mit Folienstiften, CD-Markern und anderen Schreibern für glatte Flächen können DVDs natürlich auch von Hand beschriftet und bemalt werden. Dies ist die günstigste und schnellste Methode. DVDs sind – anders als CDs – recht unempfindlich gegen Stifte, die die Oberfläche verkratzen oder chemisch angreifen, da ihre Datenschicht mittig liegt und somit von einer relativ dicken Plastikschicht geschützt ist.
- Laser-Label, auch Lightscribe genannt: Einige Brenner können auf speziellen DVD-Rohlingen das Label brennen. Hierzu muss der Rohling im Brenner umgedreht werden.

Einweg-DVD

Seit Jahren hört man immer wieder in regelmäßigen Abständen von einer neu erfundenen Einweg-DVD, welche besonders den Spielfilmverleih von Videotheken revolutionieren soll. Dem Vorteil, dass man diese DVDs der Videothek nicht mehr zurückbringen muss und somit auch Verzugsgebühren kein Thema mehr sind, steht der Nachteil gegenüber, dass das Konzept nicht ökologisch ist. Sobald die DVD aus der luftdicht verpackten Hülle entfernt wird und mit Sauerstoff in Berührung kommt, erfolgt eine chemische Reaktion, welche die DVD innerhalb von acht bis 48 Stunden unbrauchbar macht. Nach Ablauf dieser Zeit kann die DVD vom Kunden einfach weggeworfen werden, weswegen diese DVDs auch Wegwerf-DVDs genannt werden. Die Firma Flexplay hat eine solche Einweg-DVD unter dem Namen EZ-D herausgebracht. Diese wurde ab September 2003 von Buena Vista Home Entertainment am US-Markt getestet. Es erschienen Datenträger mit einem Film für etwa fünf bis sieben US-Dollar kurz vor der eigentlichen Premiere desselben. Das Produkt fand jedoch nicht genug Käufer, so dass dieses Anfang 2004 bereits wieder aus den Verkaufsregalen verschwand. Ein ähnliches Verfahren hatte auch schon die Firma SpectraDisc zuvor vorgestellt, welche die Einweg-DVDs jedoch aufgrund von Lichtempfindlichkeit unbrauchbar machte.

DIVX

Während heutzutage das DivX-Format als Videokompressionsalgorithmus bekannt ist, bezeichnet DIVX eine spezielle Pay-Per-View Variante in den USA, die heute nicht mehr existiert (Siehe auch eigener Artikel). 1998 kam die Idee auf, zu den damals noch erheblich teureren DVDs eine Billigvariante anzubieten die 48 Stunden lang abgespielt werden konnte, jede darüber hinausgehende Nutzung war kostenpflichtig. Zur Dekodierung und Abrechnung der Filme wurden spezielle Player benötigt, die, mit einem Modem ausgestattet, sich regelmäßig mit einem speziellen Server verbanden um Abrechnungsdaten zu übertragen. DIVX benutzte ein MPEG-2-Derivat, welches mit speziellen DIVX-Flags zur Identifizierung und Dekodierung des Films versehen war. Letzten Endes konnte sich das System der DVD gegenüber nicht durchsetzen und endete nach nur einem Jahr als Flop. DIVX-DVDs sind heute nicht mehr abspielbar.

Wikipedia DVD

Wikipedia:Wikipedia-Distribution

Siehe auch

DVD-Alternativen


- Enhanced Versatile Disc (EVD) - aus China
- Finalized Versatile Disc (FVD) - aus Taiwan

DVD-Nachfolger


- Blu-ray Disc (Blu-ray)
- High Density Digital Versatile Disc (HD-DVD) - von der HD-DVD Promotion Group
- Professional Disc for Data (PDD) - von Sony
- Professional Disc for Broadcast (PDB) - von Sony
- Ultra Density Optical (UDO) - von Plasmon
- Holographic Versatile Disc (HVD)

Geräte


- DVD-Brenner
- DVD-Spieler

Literatur


- Hartmut Gieselmann: „Gegen das Vergessen. US-Forscher prüfen Lebensdauer von [beschreibbaren] CDs und DVDs“ in: c't, , 22. Jahrgang (2005), Nr. 1, Seite 44, [http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/2005/1/44 auch kostenpflichtig online abrufbar].
- Jim Taylor: DVD Demystified (englisch mit DVD), 2. Aufl., New York 2001: McGraw-Hill, ISBN 0-07-135026-8.

Weblinks


- [http://www.dvdforum.org DVD-Forum] und [http://www.dvdrw.com DVD+RW Alliance] - Offizielle Websites der beiden Standard gebenden DVD-Organisationen (englisch).
- [http://www.dvddemystifiziert.de dvddemystifiziert.de] – Die deutsche Fassung der bekannten englischen www.dvddemystified.com, welche aus der FAQ der Newsgroup [news://rec.video.dvd] entstanden ist.
- [http://www.csmproduction.at/03_prod/index.html csmproduction.at] - Informationen zur CD/DVD-Herstellung und Verpackung
- [http://www.inter-disc.de inter-disc.de] - Erklärungen zur CD/DVD-Fertigung Kategorie:Speichermedium ja:DVD ko:DVD ms:DVD simple:DVD th:ดีวีดี

Speichermedium

Ein Speichermedium dient zur Speicherung von Daten bzw. Informationen. Man kann hierbei zwischen nur lesbaren, einmalig beschreibbaren und wiederbeschreibbaren Datenträgern unterscheiden. Außerdem lassen sich solche Medien danach klassifizieren, wie die Informationen auf ihnen gespeichert werden. Speichermedien können folgendermaßen untergliedert werden:

Physische Speicherung

Umfasst alle Speichermedien, für die mechanische Bearbeitungsprozesse benötigt werden. Als Beispiele seien genannt der Druck von Schrift auf Papier und das Erstellen von Keilschrift auf Tontafeln. Hier finden wir auch alle klassischen, nicht EDV-spezifischen Speichermedien. Unterschiede bestehen hierbei in der Handhabung sowie der Lebensdauer (Haltbarkeit) des jeweiligen Speichermediums.

Ohne Hilfsmittel zu lesen

Die Informationen auf diesen Speichermedien können durch Menschen ohne technische Hilfsmittel unmittelbar verarbeitet werden
- Papier, auch Papyrus, Pergament, Palmblatt
- Folie
- Steintafel
- Tontafel, Tonzylinder
- Holztafel, Kerbholz
- Wachstafel
- Leder,
- Knotenschrift
- Wandzeichnung
- Schiefertafel
- Schreibfolie
- Teppich von Bayeux

Mit Hilfsmitteln zu lesen

Um die Information von den folgenden Speichermedien zu lesen, braucht man im Allgemeinen ein technisches Hilfsmittel. (Informationen auf Lochkarten und Lochstreifen lassen sich im Notfall aber auch ohne Hilfsmittel bzw. mittels einer Tabelle entziffern.)
- Lochkarten
- Lochstreifen
- LP (Langspielplatte, Vinyl)
- Schellack-Platte
- Wachszylinder

Elektronische Speicherung / Halbleiterspeicher

Unter der Elektronischen Speicherung sind alle Speichermedien zusammengefasst, welche Informationen in oder auf Basis von elektronischen Bauelementen speichern. Die elektronische Speicherung findet heute praktisch nur noch in Silizium realisierten integrierten Schaltkreisen statt. Die einzelnen Speichermechanismen können nach der Charakteristik der Datenhaltung unterschieden werden:
- flüchtige Speicher, deren Information verloren gehen, wenn sie nicht aufgefrischt werden oder der Strom abgeschaltet wird,
- permanente Speicher, in denen sich eine einmal gespeicherte oder festverdrahtete Information befindet, die nicht mehr verändert werden kann und
- semi-permanente Speicher, die Informationen permanent speichern, in denen aber Informationen auch verändert werden können. Um elektronische Speichermedien lesen zu können, bedarf es auch technischer Hilfsmittel.
- Flüchtig:
  - DRAM, dynamisches RAM (dynamic random access memory)
  - SRAM (static random access memory)
- Permanent:
  - ROM (read only memory)
  - PROM (programable read only memory)
- Semi-permanent:
  - EPROM (erasable programable read only memory)
  - EEPROM (electrically erasable programable read only memory)
  - Flash-EEPROM (USB-Stick)
  - FRAM
  - MRAM
  - Phase Change RAM (siehe auch Permanentspeichermedium) Der Endanwender erhält die elektronischen Speichermedien häufig jedoch nicht als einzelnen Speicherbaustein, sondern bereits als kombiniertes Produkt: Im Fall von DRAM für die Anwendung als Arbeitsspeicher in Computern oder Peripheriegeräte werden mehrere Speicherbausteine auf sogenannte Speichermodule kombiniert. Die für die Speicherung von Multimedia-Daten in mobilen Anwendungen beliebten Flash-Speicher kommen in vielfältigen, meist als Speicherkarte ausgeführten Gehäusen, die neben dem eigentlichen Speicherbaustein auch Controller enthalten.

Magnetische Speicherung

Die magnetische Speicherung von Information erfolgt auf magnetisierbarem Material. Dieses kann auf Bänder, Karten, Papier oder Platten aufgebracht werden. Magnetische Medien werden (außer Kernspeicher) mittels eines Lese/Schreibkopfes gelesen respektive geschrieben. Wir unterscheiden hier zwischen rotierenden Platten(stapeln), die mittels eines beweglichen Kopfes gelesen und geschrieben werden und nicht rotierenden Medien, die üblicherweise an einem feststehenden Kopf zum Lesen/Schreiben vorbeigeführt werden. Bild:magnetspeicher.png|Magnetspeicher
- Magneto-elektronisch
  - Kernspeicher
- Nicht rotierende Speichermedien
  - Magnetband
  - Magnetkarte
  - Magnetstreifen
  - Compact Cassette (Datasette)
- Rotierende Speichermedien
  - Magnet-Trommel
  - Festplatte (hard disk)
  - Diskette (floppy disk)
  - Wechselplatte z. B. Zip-Diskette (von iomega)

Optische Speicherung

Die optische Speicherung nutzt Filter-, Reflexions- und Beugungseigenschaften von verschiedenen Materialien. Beim Film und in der Photographie werden farbfilternde Eigenschaften ausgenutzt, bei CDs die reflektiven Eigenschaften und bei Hologrammen die lichtbeugenden Eigenschaften.
- Film und Mikrofilm.
- Laserdisc.
- PD.
- CD, Unterformate: Audio-CD, CD-ROM, CD-R, CD-RW, SVCD, VCD, MVCD.
- DVD, Unterformate: DVD-Video, DVD-Audio, DVD-ROM, DVD-RAM, DVD±R, DVD±RW.
- DVD-Nachfolger: Blu-ray Disc, HD-DVD, Ultra Density Optical.
- HVD
- Holographischer Speicher.

Magneto-optische Speicherung

Die Magneto-Optische Speicherung nutzt die Tatsache, dass einige Materialien durch Magnetisierung ihre optischen Eigenschaften verändern, aber auch dass ein Laserstrahl mittels Wärmeinduktion die Magnetisierung eines magnetischen Materials aufheben kann. Ausgelesen werden magneto-optische Medien rein optisch.
- MiniDisc
- MO-Disk

Sonstige Speicherung


- Laufzeitspeicher
- "biologische Speicher": siehe Deinococcus radiodurans
- Wasser als Speichermedium [http://www.stmugv.bayern.de/de/aktiv/schule/48/home/ch_forsh.htm]

Weitere Kriterien zur Untergliederung


- Beschreibbarkeit
- Kapazität und Zugriffsgeschwindigkeit
- Lebensdauer

Siehe auch


- Kategorie: Speichermedium - Eine alphabetische Liste aller Artikel über Speichermedien in Wikipedia.
- Backupserver
- Digitales Vergessen
- Datenrettung
- ECM-Komponenten
- Elektronische Archivierung
- Information Lifecycle Management
- Revisionssichere Speicher

Weblinks


- [http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=984&item=222111 netzeitung.de: Strahlenresistente Bakterien als dauerhafte Datenspeicher]
- [http://zeus.zeit.de/text/2003/09/DNA-Text_10 Die Zeit: Biologische Festplatte]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249875.html www.wissenschaft.de: Plastikkugeln schlagen DVD - Neues Speichermedium punktet mit deutlich höherer Speicherdichte]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/255413.html www.wissenschaft.de: Scharfe Superdisk - Nachkömmling der DVD kann 100 Gigabyte speichern] Kategorie:Fototechnik Kategorie:Speichermedium ja:記憶装置

Kunstwort

Als Kunstwort bezeichnet man ein Wort, das nicht mit den natürlichen Mitteln der Wortbildung einer Sprache gebildet und auch nicht aus einer anderen Sprache entlehnt wurde. Neu gebildete Kunstwörter gelten eine gewisse Zeit lang als Neologismen. Die häufigsten Bildungsmuster für Kunstwörter sind: Zusammenziehung, Abkürzung und ungewöhnliche Kombination von Graphemen.

Bildungsmuster

Zusammenziehungen

Beispiele:
- Automobil aus griech.: autos (selbst) und lat.: mobilis (beweglich)
- Teuro aus teuer und Euro
- Demokratur aus Demokratie und Diktatur
- Infokalypse aus Infomation und Apokalypse

Abkürzungen

Besonders diejenigen Abkürzungen, die wie ein Wort ausgesprochen werden (Akronym), kann man als Kunstwörter betrachten, Beispiel:
- NATO, Abkürzung für North Atlantic Treaty Organisation

Ungewöhnliche Graphemkombinationen

Beispiele:
- sitt (als Gegenteil von durstig) aus satt
- simsen eine SMS schreiben

Probleme der Abgrenzung

Es ist nicht einfach, Kunstwörter von anderen Wörtern zu unterscheiden. Bei den folgenden Wörtern
- Airbag aus den englischen Wörtern air (Luft) und bag (Sack)
- Weblog aus den englischen Wörtern web (WWW) und log (Logbuch) wird es sich eher um Entlehnungen von Kunstwörtern handeln, die im Englischen gebildet wurden. Sie sind damit als Entlehnungen einzuordnen. Hingegen dürfte Handy ein Kunstwort sein, da es kein entsprechendes lexikalisches Zeichen im Englischen gibt. Für das Wort Mobbing gibt es ebenfalls kein entsprechendes lexikalisches Zeichen im Englischen, es könnte sich aber um eine Entlehnung aus einer skandinavischen Sprache handeln. Es ist auch nicht einfach zu entscheiden oder festzulegen, ob es sich bei der Zusammenziehung um ein natürliches Mittel der Wortbildung handelt oder nicht, da der Terminus 'natürlich' in diesem Zusammenhang nicht klar definiert ist. Kunstwort und Neologismus Nicht alle Kunstwörter sind Neologismen. Ein lexikalisches Zeichen wird nur eine gewisse Zeit lang als Neologismus betrachtet. Mit zunehmender Verbreitung und Dauer des Gebrauchs werden sie zu etablierten Teilen des allgemeinsprachlichen Wortschatzes.

Der pragmatische Wert von Kunstwörtern

Besonders die Zusammenziehungen erfüllen einen sprachökonomischen Zweck: komplexe Ausdrücke werden auf kürzere reduziert. Außerdem signalisieren die neu gebildeten Kunstwörter Modernität und Originalität. Aus diesen Gründen werden sie oft in der Werbesprache geprägt. In der Werbung sollen wissenschaftlich klingende Kunstwörter oder falsch verwendete Wörter oft den Eindruck des Produktes beim potenziellen Kunden verbessern. Beispiele:
- Q10
- Aktiv-Sauerstoff
- L. casei = Lactobacillus casei (Shirota) Man kann in manchen Fällen durchaus von Mogelkennzeichnung sprechen.

Siehe auch

Kofferwort; Neologismus Kategorie:Wort

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí

DVD-Video

Die DVD-Video ist eine technische Spezifikation zur Speicherung von Videos auf einem DVD-Datenträger. Dieser Standard wurde vom DVD-Forum geschaffen, um Zukunftssicherheit und problemlose Abspielbarkeit auf allen Geräten zu garantieren, aber nicht zuletzt auch, um das Medium unter der Kontrolle der Filmindustrie zu halten - so können DVDs laut Standard nur auf autorisierten Geräten abgespielt werden. Die DVD-Video ist die bekannteste DVD-Variante, weshalb der Volksmund sie auch unpräzise mit DVD bezeichnet. Andere bekannte Synonyme von DVD-Video sind DVD-Spielfilm oder kurz DVD-Film. Siehe auch: DVD.

Geschichte und Zukunft

Die DVD-Video ist der Nachfolger diverser Video-Datenträger, wie etwa der VHS-Kassetten, Video-CD oder der Laserdisc. Der durchschlagende Erfolg der DVD-Video seit ihrer Markteinführung 1997 ist ihren umsichtigen Entwicklern zu verdanken, welche die Nachteile der DVD-Vorgänger vermieden und stattdessen das jeweils Beste seiner Vorgänger übernahmen. # Von der Video-CD übernahmen die DVD-Video-Entwickler die Idee, dass ein Laufwerk für einen Video-Datenträger zugleich auch die damals schon verbreiteten Audio-CD abspielen sollte. Für den Konsumenten ist eine solche Lösung sehr attraktiv, weil er mit dem Kauf eines Laufwerkes dieses flexibel für Audio oder Video nutzen kann. Die Video-CD war allerdings in den meisten Teilen der Welt zumindest kommerziell ein Flop. Zwar bot die Video-CD wie die Audio-CD gegenüber den damals bekannten Videokassetten einen höheren Bedienkomfort (kein Spulen und kein Bandverschleiß), aber die Video-CD bot nicht wie die Audio-CD eine gegenüber ihren Vorgängern höhere Qualität. Insbesonders gegenüber der populären VHS-Kassette war die Bildqualität der Video-CD etwas schlechter, dazu kam die wesentlich kürzere Spielzeit, die für Spielfilme nicht ausreichte. Die Ursache lag an der zu kleinen Speicherkapazität einer CD für die damals bekannten Videokompressionsalgorithmen. Trotz dieser Nachteile hat die Video-CD die VHS in Japan fast vollständig verdrängt, was sehr deutlich die Vorteile einer digitalen Aufzeichnung optischer Daten zeigt. Die Gerätehersteller reagierten mit der Forschung nach CD-artigen Datenträgern mit höherer Speicherkapazität. # # Von der sehr populären VHS-Kassette lernten die DVD-Entwickler, dass der Erfolg eines Video-Datenträgers nicht nur von seinen technischen Leistungsdaten abhängt, sondern auch von seiner Verbreitung.
Bei der Videokassette gab es anfangs verschiedene Videokassetten-Standards, wie etwa Betamax, Video 2000 usw. Letztendlich setzte sich die qualitativ schlechtere VHS-Kassette durch, weil sie sich durch ein geschicktes Marketing schneller verbreitete. Die Leidtragenden des Wettkampfes der Videokassetten-Standards der Unterhaltungsindustrie waren die Unternehmen der Filmindustrie, weil sie ihre Filme in mehreren Videokassettenstandards gleichzeitig anbieten mussten, wenn sie alle Konsumenten erreichen wollten. Diese erhöhten Produktionskosten wollte die Filmindustrie bei der nächsten Video-CD-Generation vermeiden und intervenierte bei den zwei Parallelentwicklungen der Multimedia-CD (MMCD, von Sony und Philips) und der Super Density CD (SD, von Toshiba und Time Warner). Die Filmindustrie war bei dieser Weiterentwicklung sehr mächtig, weil ohne ihre Filme der Inhalt für die Videos fehlte. Der Interessenausgleich zwischen den Herstellern der Unterhaltungselektronik und der Filmindustrie wurde hierbei erstmals institutionell organisiert, und zwar durch das DVD-Forum, welches im Konsens der beiden Industrien den Nachfolgestandard festlegte. Erst dieser Konsens ermöglichte die schnelle Marktdurchdringung der DVD-Video, weil es nur eine technische Lösung von den wichtigsten Geräteherstellern wie Inhaltsanbietern gab. # # Von der Laserdisc lernten die DVD-Entwickler, dass für den Käufer eines Video-CD-artigen Datenträgers neben dem Film auch Extras, wie Audiokommentare, Hintergrundberichte und Trailer kaufentscheidend sind. Diese Extras stellen für den Filmliebhaber einen bedeutenden Zusatznutzen gegenüber einer vielleicht möglichen VHS-Aufnahme aus dem Fernsehen dar. Diese Extras wurden bei der DVD-Video übernommen. Dies waren die drei Hauptvorgänger der DVD-Video, aus welchen sie die besten Eigenschaften erbte. Die DVD-Video sollte dabei ursprünglich nur kurz DVD heißen, für Digital Video Disc (englisch für digitale Videoscheibe). Der längere Name DVD-Video kam zustande, weil später im DVD-Forum beschlossen wurde, alle CD-Varianten, wie z. B. die Audio-CD, Video-CD und CD-ROM, durch einen gemeinsamen Datenträger mit höherer Speicherkapazität zu ersetzen. So entstanden neben der DVD-Video u. a. die DVD-Audio und die DVD-ROM. Die drei Buchstaben "DVD" wurden anfangs "umgedichtet" zu Digital Versatile Disc (englisch für digitale vielseitige Scheibe). Das DVD-Forum legte aber 1999 fest, dass DVD eine bedeutungslose Buchstabenkombination ist. Die erste DVD-Video-Spezifikation des DVD-Forums kam Ende 1995 heraus. In den Handel kam die DVD allerdings erst 1997, weil die Filmindustrie auf einer erweiterten Spezifikation bestand, welche ihre klassischen Vermarktungsstrategien unterstützt. Hierzu wurden der DVD-Video zwei technische Verbreitungskontrollen eingebaut, der sogenannte Regionalcode und ein Kopierschutz (siehe 3. Kapitel). Die ersten DVD-Abspielgeräte (DVD-Player) - die natürlich auch Audio-CDs wiedergeben konnten - kamen Ende 1997 heraus. Mit dem immer schnelleren Preisverfall der DVD-Player wuchs die Verbreitung der DVD-Video. 1999 kostete ein DVD-Player im deutschsprachigen Raum etwa 500 €. Mitte 2002 waren die Preise mit 250 € bis auf die Hälfte gefallen. Seit Mitte 2004 ist ein DVD-Player für jedermann erschwinglich, mit Preisen ab 40 €. Seit 2001 werden in Deutschland mehr Spielfilme auf DVD verkauft als auf VHS-Kassetten, vgl. [http://www.heise.de/newsticker/data/sha-08.11.01-000 heise-news]. Die DVD-Video wird aber nicht nur zum Abspielen von Kauf-Videos von Filmliebhabern genutzt. In den letzten Jahren ist für den Absatz von DVD-Playern die Käufergruppe, welche primär Fernsehfilme aufzeichnet oder sich ihre Hobbyfilme auf DVD-Video ansehen will, genauso wichtig geworden. Hierzu erstellt der Konsument mit den beschreibbaren DVD-Varianten DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eigene DVD-Videos. Möglich wurde dies, weil die beschreibbaren DVD-Varianten nicht industriell gepresst werden müssen, sondern mit sogenannten DVD-Brennern und DVD-Videorekordern gebrannt werden können. Damit ersetzt die DVD-Video die Videobänder, wie etwa die VHS, S-VHS, Hi8 usw. auch in ihrer letzten Bastion. Inzwischen gibt es potenzielle Nachfolger für die DVD-Video. Zu nennen sind hier besonders die Enhanced Versatile Disc (EVD), die Finalized Versatile Disc (FVD), die Blu-ray Disc (BD) oder die High Density DVD (HD-DVD). Die eben aufgezählten potenziellen Nachfolger besitzen aber nicht das wichtigste Erfolgskriterium der DVD-Video, ihre schnelle Verbreitung durch einen Konsens der Film- und Geräteindustrie. Ähnlich wie bei der Video-Kassette muss der Markt entscheiden, welcher Nachfolger überleben soll. In der Zwischenzeit wird sich die DVD-Video weiter verbreiten, weil sie die größte Investitionssicherheit bietet. Die Erfolgsgeschichte der DVD-Video wird so noch lange andauern. Für die Filmproduzenten gewinnt die DVD-Video eine immer größere Bedeutung, weil inzwischen deutlich mehr Umsatz mit den Verkauf von DVD-Videos als mit den Kinoaufführungen gewonnen wird. Sichtbarstes Kennzeichen ist, dass einige neue Filme zeitgleich im Kino und als DVD-Video erscheinen.

DVD-Video aus Nutzersicht

Vorteile

Ein guter DVD-Film bietet aus Nutzersicht zahlreiche Vorteile gegenüber den DVD-Vorgängern, wie etwa VHS-Kassetten und Video-CDs. Zu nennen sind hier insbesondere:
- Die problemlose Abspielbarkeit mit jedem DVD-Player, der den gleichen Regionalcode besitzt wie die abzuspielende DVD. Ein Hersteller muss glaubhaft diverse technische Mindestanforderungen erfüllen, um mit der DVD-Video-Bezeichnung werben zu können.
- Die deutlich bessere Bildqualität. Weitere Vorteile, die jedoch nur bei teureren Kauf-DVDs (und auch hier nicht immer) verfügbar sind:
- Die mehreren Tonspuren, welche es erlauben, sich das gleiche Video jederzeit in anderen Synchronisationsfassungen anzuhören oder gar zu jeder Videostelle Kommentare von Produktionsbeteiligten zu hören usw.
- Die zuschaltbaren Untertitel in bestimmten, auf der jeweiligen DVD vorhandenen Sprachen.
- Das Menü, mit welchem bequem bestimmte Filmstellen, Tonspuren, Untertitel und auch das Bonusmaterial anwählen lässt, wie etwa:
  - eine Produktionsdokumentation des Films,
  - Interviews und Kommentare mit Produktionsbeteiligten, wie Regisseuren, Schauspielern und
  - weitere Extras, wie Kinotrailer, Musikvideos oder gar Computerspiele usw.

Nachteile

DVD-Videos können nur mit Abspielgeräten angesehen werden, die vom DVD-Forum autorisiert wurden. Das bedeutet:
- Auf einem PC mit Linux-Betriebssystem gibt es keine 'offizielle' Abspielmöglichkeit für Content Scrambling System-geschützte DVDs. Ein Abspielen ist hier nur durch ein "Knacken" des Schutzes möglich, was in vielen Ländern (u.a. Deutschland) eine große rechtliche Unsicherheit darstellt.
- Auch ist es ohne ein "Knacken" des Regionalcode-Schutzes nicht möglich, beispielsweise eine DVD aus den USA auf einem in Deutschland erworbenen Player abzuspielen. Inzwischen sind jedoch auch in Deutschland sogennannte Regionfree Abspielgeräte erhältlich, die nicht nur jede DVD ungeachtet ihrer Herkunft, sondern auch verschiedenste andere Formate und Codes(MP3, DivX) abspielen können. Die Vorgänger der DVD - VideoCD und VHS - hatten diese Nachteile nicht, wenn man den inkombatiblen USA Standard NTSC und den Europäischen PAL Fernsehstandard außer acht lässt.

Verbreitungskontrolle

Die DVD-Video ist der erste Video-Datenträger, der gemeinsam von Geräteherstellern und der Filmindustrie spezifiziert wurde. Die Filmindustrie achtet dabei besonders auf eine technische Verbreitungskontrolle, welche ihre traditionelle Vermarktung von Filmen auch im Zeitalter von DVD-Video ohne Änderung erlauben soll.

Regionalcode

Mit dem Regionalcode, der exakt Regional Playback Control (RPC) heißt, sollte verhindert werden, dass z. B. eine DVD-Video aus den USA auf einem europäischen Gerät abspielbar ist. Dies ist aus der Sicht der Filmindustrie aus vier Gründen notwendig:
- Auch heutige Kinos werden primär mit Filmrollen versorgt, deren Celluloid-Vervielfältigungstechnik so zeitaufwendig ist, dass nach der Motion Picture Association of America (MPAA) nicht alle Kinos der Welt recht zeitgleich beliefert werden können. Diese Behauptung wurde jedoch mit der international zeitgleichen Premiere des ersten Der Herr der Ringe-Filmes sowie der neuen Star Wars Triology widerlegt.
- Zum anderen heißt es, dass ohne eine Regionensperre alle Konsumenten auf die DVD-Videos so lange warten müssten, bis die letzte Kinoverwertung des Films auf der ganzen Welt abgeschlossen ist. Teilweise beginnt jedoch heute der DVD-Verkauf zeitgleich mit dem Kinostart.
- Auch verkaufen die Studios Vertriebsrechte an verschiedene Distributoren. Den Distributoren ist es recht, wenn sie ihren exklusiven Markt nicht nur rechtlich, sondern auch technisch absichern können. Insbesondere, wenn eine DVD-Video zu unterschiedlichen Preisen je nach Marktregion verkauft werden soll. Durch den Regional-Code sollte ein „Import“ verhindert werden, etwa aus den oft preiswerteren USA nach Europa.
- Und nicht zuletzt senkt eine nicht gleichzeitige Vermarktung eines Films auf der Welt das Vermarktungsrisiko, in dem jede Erfahrung aus einem Land die Vermarktung in anderen Ländern erleichtern kann. Eine DVD-Video mit eindeutig gesetzten Regionalcodes kann normalerweise nur von einem DVD-Player gelesen werden, der auf einen dieser Regionalcodes eingestellt ist. Der Markt bietet auch „regionalcodefreie“ Player an, die DVD-Videos aus allen Regionen abspielen (Manchen Playern kann man dies auch durch ein Firmware-Update oder durch über die Fernbedienung einzugebende Codes nachträglich beibringen. Hierdurch erlischt aber in der Regel die Garantie, weshalb ein Player nur codefree geschaltet werden sollte, wenn es auch nötig ist.) „Regionalcodefreie“ Player führen allerdings nicht unbedingt bei jeder DVD-Video zu einem Erfolg, da manche DVD-Videos durch die eingebauten Scripting-Möglichkeiten den Regionalcode des Players abfragen und sich dementsprechend anders verhalten können. Diese Codes sind folgende: Umgangssprachlich haben sich die Begriffe „Regionalcode 0“, „RC 0“, „R0“ für DVDs eingebürgert, die mehrere oder gar alle Regionalcodes gesetzt haben. Einen Regionalcode 0 für DVDs gibt es jedoch offiziell nicht – es ist eine Herstellerbezeichnung (wenn auch eine sehr verständliche). Für eine visuelle Darstellung der räumlichen Gebiete des Regionalcodes siehe unter [http://www.robertsdvd.com/world.gif RobertsDVD.com]. Aus neutraler Sicht sind Regionalcodes ein Hindernis für die DVD-Nutzer. Insbesondere, weil viele Filme und Serien nicht oder erst spät erscheinen. Auch kann dadurch weniger Wettbewerb zwischen den verschiedenen DVD-Veröffentlichungen zustandekommen.

Kopierschutz

Die meisten kommerziellen DVDs besitzen den Kopierschutz Content Scrambling System (CSS), welcher den Käufer und sog. Raubkopierer davon abhalten soll, Kopien der DVD herzustellen oder den Regionalcode zu umgehen. Allerdings führte dieser Kopierschutz zu Problemen für die Entwickler von DVD-Playern auf Open-Source-Basis, da diese nicht die erforderliche Lizenz zum Dekodieren des Kopierschutzes erhalten können. Dies führte unter anderem zur Entwicklung des Open-Source-Programms DeCSS. Weiteres siehe unter den Stichwörtern Content Scrambling System und DeCSS.

Technischer Aufbau

Dieses Kapitel ist besonders für die Leser interessant, welche eigene DVD-Videos erstellen wollen. In der Fachsprache wird dies auch DVD-Authoring genannt.

Verzeichnisstruktur und Dateinamen

Die Verzeichnisstruktur und Dateinamen einer DVD sind ebenfalls standardisiert. Folgende Struktur muss gegeben sein, damit eine maximale Kompatibilität mit jedem DVD-Player sichergestellt ist:
- AUDIO_TS (Audio Title Sets). Dieses Verzeichnis ist für die Kompatibilität mit einer DVD-Audio nötig. Meist ist dieses Verzeichnis vorhanden, aber leer.
- JACKET_P (Jacket Picture). Dieses Verzeichnis gehört nicht zur offiziellen DVD-Video Spezifikation, ist aber oft vorhanden. Bestimmte DVD-Player nutzen dieses Verzeichnis, um aus ihr eine Grafikdatei auszulesen zum Anzeigen eines Logos. Das Logo muss mehrfach für verschiedenen Auflösungen und Fernsehnormen abgelegt werden:
  - J00___5L.MP2   Bilddatei in großer Auflösung von 720×480 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___5M.MP2   Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×112 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___5S.MP2   Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×64 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___6L.MP2   Bilddatei in großer Auflösung von 720×576 Pixel für PAL-Fernseher.
  - J00___6M.MP2   Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×144 Pixel für PAL-Fernseher.
  - J00___6S.MP2   Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×80 Pixel für PAL-Fernseher. PAL
- VIDEO_TS (Video Title Sets), dieses Verzeichnis enthält die eigentlichen Videodaten einer DVD-Video. Folgende spezifizierte Dateien sind dort u. a. anzutreffen:
  - VIDEO_TS.IFO   (VMGI - Video Manager Information für den VMGM), diese Datei enthält grundlegende Informationen über die vorhandenen Video Title Sets sowie Informationen zur Wiedergabe der Datei VIDEO_TS.VOB.
  - VIDEO_TS.BUP   (VMGI_BAK - Video Manager Information Backup), Backup der VIDEO_TS.IFO-Datei.
  - VIDEO_TS.VOB   (VMGM_VOBS - Video Object Set for VMG Menu), enthält die Video-Objekte für das Title-Menü (gemultiplexte Video-, Untertitel- und Audiodateien).
  - VTS_01_0.IFO   (VTSI - Video Title Set Information), enthält Informationen über das Video Title Set und das Video Title Set Menu. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist immer 0.
  - VTS_01_0.BUP   (VTSI_BAK), Backup der VTS_01_0.IFO-Datei.
  - VTS_01_0.VOB   (VTSM_VOBS), enthält die Video-Objekte für des VTS-Menüs. Diese Datei ist nur vorhanden, wenn dieses Title Set ein Menü besitzt. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist bei Title Set Menu VOBs immer 0.
  - VTS_01_1.VOB   (VTSTT_VOBS), enthält die Video-Objekte der Titel. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (1) die Dateinummer (die maximale Dateigröße auf DVD-Videos ist 1 GB, weshalb es notwending werden kann, die Daten in mehrere Dateien aufzuteilen).

Videoformate

Die Videodaten einer DVD liegen normalerweise als MPEG-2-komprimierter Datenstrom vor. Das ältere MPEG-1-Format der Video-CD wird ebenfalls unterstützt, hat jedoch kaum praktische Bedeutung. Der Standard sieht eine Bandbreite für Audio und Video von insgesamt bis zu 9,8 MBit/s vor. PAL-DVDs (z. B. in Europa verwendet) bieten eine Auflösung von 704x576 / 720x576 / 768x576 Bildpunkten mit einer Bildfrequenz von 25 Hz, während die im amerikanischen Raum und in Japan verbreiteten NTSC-DVDs eine Auflösung von 704x480 / 720x480 / 768x480 Punkten bei einer Frequenz von 29,97 Hz aufweisen. Auf NTSC-DVDs können Videos jedoch auch in 23,976 Hz vorliegen und ein Flag im Videostrom teilt dem Ausgabegerät mit, welche Halbbilder es doppelt zeigen kann, um auf die für NTSC-Ausgabe nötigen 29,97 Hz zu kommen. Gesonderte SECAM-DVDs existieren nicht, da sich PAL und SECAM lediglich in der Farbkodierung, nicht aber in Auflösung und Bildfrequenz unterscheiden, und die Farbkodierung nicht auf der DVD gespeichert, sondern erst bei Bedarf im Player erzeugt wird. Auf DVD-Videos kann Video in Halbbildern (50 pro Sekunde bei PAL; 59,94 pro Sekunde bei NTSC) oder Vollbildern vorliegen. Damit Ausgabegeräte, die nur in Vollbildern bei der nötigen Bildfrequenz arbeiten können, die Bilder besser darstellen können, kann im Videostrom markiert werden, welche Halbbilder zusammengehören und zusammengesetzt ein Vollbild ergeben. Da die Auflösung von 720x576 Bildpunkten für PAL bzw. 720x480 Punkten für NTSC nicht exakt dem Seitenverhältnis eines normalen Fernsehers entspricht (4:3 bzw. 16:9), liegt der Videostrom gestaucht vor; zusätzlich wird die sog. Aspect ratio gespeichert, also das Seitenverhältnis, mit dem die Videodaten später angezeigt werden sollen, damit der Decoder (Software oder DVD-Player) weiß, wie er das Bild später entzerren soll.
- Auflösungen die für Videostreams zulässig sind:
  - 720x480 (NTSC, nur mit MPEG-2)
  - 720x576 (PAL, nur mit MPEG-2)
  - 704x480 (NTSC, nur mit MPEG-2)
  - 704x576 (PAL, nur mit MPEG-2)
  - 352x480 (NTSC, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x576 (PAL, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x240 (NTSC, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x288 (PAL, MPEG-1 & MPEG-2)

Tonformate

Der Ton einer Video-DVD kann in den Formaten PCM (2-kanalig, transparent), DTS, MPEG-2 Audio oder Dolby Digital (alle 6-kanalig und datenreduziert) vorliegen. NTSC-Player müssen lediglich PCM und Dolby Digital unterstützen, die übrigen Formate sind optional. In Ländern, in denen die PAL-Fernsehnorm verwendet wird, waren ursprünglich nur PCM und MPEG-2 Audio als verbindlich vorgesehen. Auf Druck von Öffentlichkeit und Industrie wurde jedoch auch Dolby Digital für die Hersteller PAL-kompatibler DVD-Player ein verbindliches Tonformat. Eine DVD-Video unterstützt bis zu 8 verschiedene Tonspuren. Dies wird z. B. genutzt, um verschiedene Audioformate und / oder Sprachen auf einer DVD unterzubringen. Daneben stehen noch 32 Untertitelspuren zur Verfügung.

Menüstruktur

Zum Verbessern der Interaktivität einer DVD stehen dem Gestalter vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein DVD-Menü aufzubauen. Einerseits können die Hintergründe eines Menüs aus einem statischen Bild bestehen, andererseits aus einem Videostrom. Für diesen gelten dann die gleichen Vorgaben wie für das restliche Videomaterial. Hierbei muss die Schleife sehr geschickt angelegt werden, damit ein kleiner Ruckler am Ende des Videos so unauffällig versteckt werden kann. Auch für die Menüpunkte gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu realisieren. Die gängigste Methode ist die Verwendung von Untertitelspuren, mit deren Hilfe sich eine maximal vierfarbige, in PAL-Auflösung eingestellte Bitmap mit einem Menüpunkt überlagern lässt. Diese Grafik kann bis zu drei verschiedene Zustände haben: # nicht ausgewählt # ausgewählt # aktiviert Eine andere Möglichkeit ist die Benutzung von "Vollfarbenmenüs", welche verschiedene Vor- und Nachteile birgt. Denn in Vollfarbenmenüs lassen sich zwar die verschiedenen Menüpunkte durch Vollfarbenbilder darstellen, aber es muss immer ein komplett neues Menühintergrundbild geladen werden, was die Navigation erheblich verlangsamen kann. Außerdem hat jeder Menüpunkt somit nur noch zwei Zustände zur Verfügung: # nicht ausgewählt # ausgewählt Dies stört besonders dann, wenn nach dem Aktivieren eines Menüpunktes eine gewisse Ladezeit vergeht. Was bei einer Untertitelspur dann durch den Zustand "aktiviert" klar wird. Diese Rückkopplung fehlt bei einem Vollfarbenmenü leider. In ein Menü dürfen maximal 36 Knöpfe eingebaut werden. Hierbei muss beachtet werden, dass Untertitelspuren nicht skaliert werden. Das heißt, wenn auf einer DVD ein Menü in 16:9 und in 4:3 sein soll, müssen die mit Untertitelspuren eingebauten Knöpfe auch in beiden Formaten vorliegen. Somit sind pro Menü nur noch 18 Knöpfe möglich, da jeder Knopf doppelt in das Video eingebettet werden muss.

Skriptsprache

Es ist möglich, bei DVD-Menüs eine Skriptsprache zu benutzen, die allerdings trickreich ausgenutzt werden muss, um eine Kompatibilität zu gängigen DVD-Playern zu wahren. Es gibt 16 Speicherstellen, von denen acht für eigene Skripte benutzt werden können. Jede dieser acht Speicherstellen kann eine Zahl zwischen 0-65535 speichern. Die Skripte können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Zum Beispiel kann nach dem Abspielen eines Trailers gesteuert werden, welcher Button beim Wiedereintritt ins Menü vorausgewählt ist. Auch lassen sich über Skripte Voreinstellungen des DVD-Players, wie Sprache und Seitenverhältnis, auslesen.

Normen, Standards und Lizenzierung

0-65535 Von der DVD-Video gibt es im Gegensatz zu den anderen DVD-Varianten, wie etwa der DVD-ROM, DVD-RAM usw., weder Normen von der ISO noch öffentliche Standards etwa bei der ECMA. Das DVD-Forum ist bei der DVD-Video nicht diesen üblichen Weg gegangen, weil sie damit mehr Möglichkeiten zur Sicherstellung des DVD-Kopierschutzes und der Kompatibilität von DVD-Geräten erhält. Die exakte DVD-Video-Spezifikation ist nur gegen eine Gebühr und besonderen Auflagen beim DVD-Forum beschaffbar. Nur Hersteller, welche die Kritierien des DVD-Forums erfüllen, erhalten das Recht das begehrte Kompatibilitätslogo (vgl. Abbildung) auf ihren Produkten anbringen zu dürfen (Lizenzierung), wie etwa auf DVD-Abspielgeräten oder DVD-Video-Medien.

Literatur


- Taylor, Jim (2001): DVD Demystified, 2. Aufl. mit DVD-Video, New York: McGraw-Hill, ISBN 0-07-135026-8.
- Beier, Lars-Olav; Schul, Thomas; Wolf, Martin (2005): „Goldrausch mit Silberlingen“ in: Der Spiegel, , 58. Jahrgang (2005) Heft 24, Seiten 128–132, [http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,360061,00.html auch online abrufbar gegen Gebühr].

Weblinks


- [http://www.dvddemystifiziert.de/1.html dvddemystifiziert.de] – Häufig gestellte Fragen zur DVD aus der Newsgroup [news://rec.video.dvd].
- [http://members.aon.at/neuhold/dvd/dvd_knowhow.html Neuholds DVD-Video-Grundlagenwissen] - Kurze Darstellung mit einigen Abbildungen.
- [http://www.robertsdvd.com robertsdvd.com] - Weitere viele aktuelle Links und Infos (englischsprachig).
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/frei/7544/1.html Telepolis] - Wie das DVD-Region-Code-System die Informationsfreiheit beschneidet.
- [http://www.biff-filmfestival.de/bildformate.html biff-filmfestivial.de] - Ausführliche Hintergrundinformation zur DVD-Produktion, wie Formate, Farben, Probleme usw.
- [http://www.cinefacts.de/dvd/ Cinefacts] - Deutschlands größte DVD-Datenbank
- [http://www.dvd-sucht.de/codefree.php DVD-Sucht] - Größte deutschsprachige Codefreedatenbank Kategorie:Speichermedium Kategorie:Videotechnik ja:DVD-Video

DVD-Video

Die DVD-Video ist eine technische Spezifikation zur Speicherung von Videos auf einem DVD-Datenträger. Dieser Standard wurde vom DVD-Forum geschaffen, um Zukunftssicherheit und problemlose Abspielbarkeit auf allen Geräten zu garantieren, aber nicht zuletzt auch, um das Medium unter der Kontrolle der Filmindustrie zu halten - so können DVDs laut Standard nur auf autorisierten Geräten abgespielt werden. Die DVD-Video ist die bekannteste DVD-Variante, weshalb der Volksmund sie auch unpräzise mit DVD bezeichnet. Andere bekannte Synonyme von DVD-Video sind DVD-Spielfilm oder kurz DVD-Film. Siehe auch: DVD.

Geschichte und Zukunft

Die DVD-Video ist der Nachfolger diverser Video-Datenträger, wie etwa der VHS-Kassetten, Video-CD oder der Laserdisc. Der durchschlagende Erfolg der DVD-Video seit ihrer Markteinführung 1997 ist ihren umsichtigen Entwicklern zu verdanken, welche die Nachteile der DVD-Vorgänger vermieden und stattdessen das jeweils Beste seiner Vorgänger übernahmen. # Von der Video-CD übernahmen die DVD-Video-Entwickler die Idee, dass ein Laufwerk für einen Video-Datenträger zugleich auch die damals schon verbreiteten Audio-CD abspielen sollte. Für den Konsumenten ist eine solche Lösung sehr attraktiv, weil er mit dem Kauf eines Laufwerkes dieses flexibel für Audio oder Video nutzen kann. Die Video-CD war allerdings in den meisten Teilen der Welt zumindest kommerziell ein Flop. Zwar bot die Video-CD wie die Audio-CD gegenüber den damals bekannten Videokassetten einen höheren Bedienkomfort (kein Spulen und kein Bandverschleiß), aber die Video-CD bot nicht wie die Audio-CD eine gegenüber ihren Vorgängern höhere Qualität. Insbesonders gegenüber der populären VHS-Kassette war die Bildqualität der Video-CD etwas schlechter, dazu kam die wesentlich kürzere Spielzeit, die für Spielfilme nicht ausreichte. Die Ursache lag an der zu kleinen Speicherkapazität einer CD für die damals bekannten Videokompressionsalgorithmen. Trotz dieser Nachteile hat die Video-CD die VHS in Japan fast vollständig verdrängt, was sehr deutlich die Vorteile einer digitalen Aufzeichnung optischer Daten zeigt. Die Gerätehersteller reagierten mit der Forschung nach CD-artigen Datenträgern mit höherer Speicherkapazität. # # Von der sehr populären VHS-Kassette lernten die DVD-Entwickler, dass der Erfolg eines Video-Datenträgers nicht nur von seinen technischen Leistungsdaten abhängt, sondern auch von seiner Verbreitung.
Bei der Videokassette gab es anfangs verschiedene Videokassetten-Standards, wie etwa Betamax, Video 2000 usw. Letztendlich setzte sich die qualitativ schlechtere VHS-Kassette durch, weil sie sich durch ein geschicktes Marketing schneller verbreitete. Die Leidtragenden des Wettkampfes der Videokassetten-Standards der Unterhaltungsindustrie waren die Unternehmen der Filmindustrie, weil sie ihre Filme in mehreren Videokassettenstandards gleichzeitig anbieten mussten, wenn sie alle Konsumenten erreichen wollten. Diese erhöhten Produktionskosten wollte die Filmindustrie bei der nächsten Video-CD-Generation vermeiden und intervenierte bei den zwei Parallelentwicklungen der Multimedia-CD (MMCD, von Sony und Philips) und der Super Density CD (SD, von Toshiba und Time Warner). Die Filmindustrie war bei dieser Weiterentwicklung sehr mächtig, weil ohne ihre Filme der Inhalt für die Videos fehlte. Der Interessenausgleich zwischen den Herstellern der Unterhaltungselektronik und der Filmindustrie wurde hierbei erstmals institutionell organisiert, und zwar durch das DVD-Forum, welches im Konsens der beiden Industrien den Nachfolgestandard festlegte. Erst dieser Konsens ermöglichte die schnelle Marktdurchdringung der DVD-Video, weil es nur eine technische Lösung von den wichtigsten Geräteherstellern wie Inhaltsanbietern gab. # # Von der Laserdisc lernten die DVD-Entwickler, dass für den Käufer eines Video-CD-artigen Datenträgers neben dem Film auch Extras, wie Audiokommentare, Hintergrundberichte und Trailer kaufentscheidend sind. Diese Extras stellen für den Filmliebhaber einen bedeutenden Zusatznutzen gegenüber einer vielleicht möglichen VHS-Aufnahme aus dem Fernsehen dar. Diese Extras wurden bei der DVD-Video übernommen. Dies waren die drei Hauptvorgänger der DVD-Video, aus welchen sie die besten Eigenschaften erbte. Die DVD-Video sollte dabei ursprünglich nur kurz DVD heißen, für Digital Video Disc (englisch für digitale Videoscheibe). Der längere Name DVD-Video kam zustande, weil später im DVD-Forum beschlossen wurde, alle CD-Varianten, wie z. B. die Audio-CD, Video-CD und CD-ROM, durch einen gemeinsamen Datenträger mit höherer Speicherkapazität zu ersetzen. So entstanden neben der DVD-Video u. a. die DVD-Audio und die DVD-ROM. Die drei Buchstaben "DVD" wurden anfangs "umgedichtet" zu Digital Versatile Disc (englisch für digitale vielseitige Scheibe). Das DVD-Forum legte aber 1999 fest, dass DVD eine bedeutungslose Buchstabenkombination ist. Die erste DVD-Video-Spezifikation des DVD-Forums kam Ende 1995 heraus. In den Handel kam die DVD allerdings erst 1997, weil die Filmindustrie auf einer erweiterten Spezifikation bestand, welche ihre klassischen Vermarktungsstrategien unterstützt. Hierzu wurden der DVD-Video zwei technische Verbreitungskontrollen eingebaut, der sogenannte Regionalcode und ein Kopierschutz (siehe 3. Kapitel). Die ersten DVD-Abspielgeräte (DVD-Player) - die natürlich auch Audio-CDs wiedergeben konnten - kamen Ende 1997 heraus. Mit dem immer schnelleren Preisverfall der DVD-Player wuchs die Verbreitung der DVD-Video. 1999 kostete ein DVD-Player im deutschsprachigen Raum etwa 500 €. Mitte 2002 waren die Preise mit 250 € bis auf die Hälfte gefallen. Seit Mitte 2004 ist ein DVD-Player für jedermann erschwinglich, mit Preisen ab 40 €. Seit 2001 werden in Deutschland mehr Spielfilme auf DVD verkauft als auf VHS-Kassetten, vgl. [http://www.heise.de/newsticker/data/sha-08.11.01-000 heise-news]. Die DVD-Video wird aber nicht nur zum Abspielen von Kauf-Videos von Filmliebhabern genutzt. In den letzten Jahren ist für den Absatz von DVD-Playern die Käufergruppe, welche primär Fernsehfilme aufzeichnet oder sich ihre Hobbyfilme auf DVD-Video ansehen will, genauso wichtig geworden. Hierzu erstellt der Konsument mit den beschreibbaren DVD-Varianten DVD±R, DVD±RW und DVD-RAM eigene DVD-Videos. Möglich wurde dies, weil die beschreibbaren DVD-Varianten nicht industriell gepresst werden müssen, sondern mit sogenannten DVD-Brennern und DVD-Videorekordern gebrannt werden können. Damit ersetzt die DVD-Video die Videobänder, wie etwa die VHS, S-VHS, Hi8 usw. auch in ihrer letzten Bastion. Inzwischen gibt es potenzielle Nachfolger für die DVD-Video. Zu nennen sind hier besonders die Enhanced Versatile Disc (EVD), die Finalized Versatile Disc (FVD), die Blu-ray Disc (BD) oder die High Density DVD (HD-DVD). Die eben aufgezählten potenziellen Nachfolger besitzen aber nicht das wichtigste Erfolgskriterium der DVD-Video, ihre schnelle Verbreitung durch einen Konsens der Film- und Geräteindustrie. Ähnlich wie bei der Video-Kassette muss der Markt entscheiden, welcher Nachfolger überleben soll. In der Zwischenzeit wird sich die DVD-Video weiter verbreiten, weil sie die größte Investitionssicherheit bietet. Die Erfolgsgeschichte der DVD-Video wird so noch lange andauern. Für die Filmproduzenten gewinnt die DVD-Video eine immer größere Bedeutung, weil inzwischen deutlich mehr Umsatz mit den Verkauf von DVD-Videos als mit den Kinoaufführungen gewonnen wird. Sichtbarstes Kennzeichen ist, dass einige neue Filme zeitgleich im Kino und als DVD-Video erscheinen.

DVD-Video aus Nutzersicht

Vorteile

Ein guter DVD-Film bietet aus Nutzersicht zahlreiche Vorteile gegenüber den DVD-Vorgängern, wie etwa VHS-Kassetten und Video-CDs. Zu nennen sind hier insbesondere:
- Die problemlose Abspielbarkeit mit jedem DVD-Player, der den gleichen Regionalcode besitzt wie die abzuspielende DVD. Ein Hersteller muss glaubhaft diverse technische Mindestanforderungen erfüllen, um mit der DVD-Video-Bezeichnung werben zu können.
- Die deutlich bessere Bildqualität. Weitere Vorteile, die jedoch nur bei teureren Kauf-DVDs (und auch hier nicht immer) verfügbar sind:
- Die mehreren Tonspuren, welche es erlauben, sich das gleiche Video jederzeit in anderen Synchronisationsfassungen anzuhören oder gar zu jeder Videostelle Kommentare von Produktionsbeteiligten zu hören usw.
- Die zuschaltbaren Untertitel in bestimmten, auf der jeweiligen DVD vorhandenen Sprachen.
- Das Menü, mit welchem bequem bestimmte Filmstellen, Tonspuren, Untertitel und auch das Bonusmaterial anwählen lässt, wie etwa:
  - eine Produktionsdokumentation des Films,
  - Interviews und Kommentare mit Produktionsbeteiligten, wie Regisseuren, Schauspielern und
  - weitere Extras, wie Kinotrailer, Musikvideos oder gar Computerspiele usw.

Nachteile

DVD-Videos können nur mit Abspielgeräten angesehen werden, die vom DVD-Forum autorisiert wurden. Das bedeutet:
- Auf einem PC mit Linux-Betriebssystem gibt es keine 'offizielle' Abspielmöglichkeit für Content Scrambling System-geschützte DVDs. Ein Abspielen ist hier nur durch ein "Knacken" des Schutzes möglich, was in vielen Ländern (u.a. Deutschland) eine große rechtliche Unsicherheit darstellt.
- Auch ist es ohne ein "Knacken" des Regionalcode-Schutzes nicht möglich, beispielsweise eine DVD aus den USA auf einem in Deutschland erworbenen Player abzuspielen. Inzwischen sind jedoch auch in Deutschland sogennannte Regionfree Abspielgeräte erhältlich, die nicht nur jede DVD ungeachtet ihrer Herkunft, sondern auch verschiedenste andere Formate und Codes(MP3, DivX) abspielen können. Die Vorgänger der DVD - VideoCD und VHS - hatten diese Nachteile nicht, wenn man den inkombatiblen USA Standard NTSC und den Europäischen PAL Fernsehstandard außer acht lässt.

Verbreitungskontrolle

Die DVD-Video ist der erste Video-Datenträger, der gemeinsam von Geräteherstellern und der Filmindustrie spezifiziert wurde. Die Filmindustrie achtet dabei besonders auf eine technische Verbreitungskontrolle, welche ihre traditionelle Vermarktung von Filmen auch im Zeitalter von DVD-Video ohne Änderung erlauben soll.

Regionalcode

Mit dem Regionalcode, der exakt Regional Playback Control (RPC) heißt, sollte verhindert werden, dass z. B. eine DVD-Video aus den USA auf einem europäischen Gerät abspielbar ist. Dies ist aus der Sicht der Filmindustrie aus vier Gründen notwendig:
- Auch heutige Kinos werden primär mit Filmrollen versorgt, deren Celluloid-Vervielfältigungstechnik so zeitaufwendig ist, dass nach der Motion Picture Association of America (MPAA) nicht alle Kinos der Welt recht zeitgleich beliefert werden können. Diese Behauptung wurde jedoch mit der international zeitgleichen Premiere des ersten Der Herr der Ringe-Filmes sowie der neuen Star Wars Triology widerlegt.
- Zum anderen heißt es, dass ohne eine Regionensperre alle Konsumenten auf die DVD-Videos so lange warten müssten, bis die letzte Kinoverwertung des Films auf der ganzen Welt abgeschlossen ist. Teilweise beginnt jedoch heute der DVD-Verkauf zeitgleich mit dem Kinostart.
- Auch verkaufen die Studios Vertriebsrechte an verschiedene Distributoren. Den Distributoren ist es recht, wenn sie ihren exklusiven Markt nicht nur rechtlich, sondern auch technisch absichern können. Insbesondere, wenn eine DVD-Video zu unterschiedlichen Preisen je nach Marktregion verkauft werden soll. Durch den Regional-Code sollte ein „Import“ verhindert werden, etwa aus den oft preiswerteren USA nach Europa.
- Und nicht zuletzt senkt eine nicht gleichzeitige Vermarktung eines Films auf der Welt das Vermarktungsrisiko, in dem jede Erfahrung aus einem Land die Vermarktung in anderen Ländern erleichtern kann. Eine DVD-Video mit eindeutig gesetzten Regionalcodes kann normalerweise nur von einem DVD-Player gelesen werden, der auf einen dieser Regionalcodes eingestellt ist. Der Markt bietet auch „regionalcodefreie“ Player an, die DVD-Videos aus allen Regionen abspielen (Manchen Playern kann man dies auch durch ein Firmware-Update oder durch über die Fernbedienung einzugebende Codes nachträglich beibringen. Hierdurch erlischt aber in der Regel die Garantie, weshalb ein Player nur codefree geschaltet werden sollte, wenn es auch nötig ist.) „Regionalcodefreie“ Player führen allerdings nicht unbedingt bei jeder DVD-Video zu einem Erfolg, da manche DVD-Videos durch die eingebauten Scripting-Möglichkeiten den Regionalcode des Players abfragen und sich dementsprechend anders verhalten können. Diese Codes sind folgende: Umgangssprachlich haben sich die Begriffe „Regionalcode 0“, „RC 0“, „R0“ für DVDs eingebürgert, die mehrere oder gar alle Regionalcodes gesetzt haben. Einen Regionalcode 0 für DVDs gibt es jedoch offiziell nicht – es ist eine Herstellerbezeichnung (wenn auch eine sehr verständliche). Für eine visuelle Darstellung der räumlichen Gebiete des Regionalcodes siehe unter [http://www.robertsdvd.com/world.gif RobertsDVD.com]. Aus neutraler Sicht sind Regionalcodes ein Hindernis für die DVD-Nutzer. Insbesondere, weil viele Filme und Serien nicht oder erst spät erscheinen. Auch kann dadurch weniger Wettbewerb zwischen den verschiedenen DVD-Veröffentlichungen zustandekommen.

Kopierschutz

Die meisten kommerziellen DVDs besitzen den Kopierschutz Content Scrambling System (CSS), welcher den Käufer und sog. Raubkopierer davon abhalten soll, Kopien der DVD herzustellen oder den Regionalcode zu umgehen. Allerdings führte dieser Kopierschutz zu Problemen für die Entwickler von DVD-Playern auf Open-Source-Basis, da diese nicht die erforderliche Lizenz zum Dekodieren des Kopierschutzes erhalten können. Dies führte unter anderem zur Entwicklung des Open-Source-Programms DeCSS. Weiteres siehe unter den Stichwörtern Content Scrambling System und DeCSS.

Technischer Aufbau

Dieses Kapitel ist besonders für die Leser interessant, welche eigene DVD-Videos erstellen wollen. In der Fachsprache wird dies auch DVD-Authoring genannt.

Verzeichnisstruktur und Dateinamen

Die Verzeichnisstruktur und Dateinamen einer DVD sind ebenfalls standardisiert. Folgende Struktur muss gegeben sein, damit eine maximale Kompatibilität mit jedem DVD-Player sichergestellt ist:
- AUDIO_TS (Audio Title Sets). Dieses Verzeichnis ist für die Kompatibilität mit einer DVD-Audio nötig. Meist ist dieses Verzeichnis vorhanden, aber leer.
- JACKET_P (Jacket Picture). Dieses Verzeichnis gehört nicht zur offiziellen DVD-Video Spezifikation, ist aber oft vorhanden. Bestimmte DVD-Player nutzen dieses Verzeichnis, um aus ihr eine Grafikdatei auszulesen zum Anzeigen eines Logos. Das Logo muss mehrfach für verschiedenen Auflösungen und Fernsehnormen abgelegt werden:
  - J00___5L.MP2   Bilddatei in großer Auflösung von 720×480 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___5M.MP2   Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×112 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___5S.MP2   Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×64 Pixel für NTSC-Fernseher.
  - J00___6L.MP2   Bilddatei in großer Auflösung von 720×576 Pixel für PAL-Fernseher.
  - J00___6M.MP2   Bilddatei in mittlerer Auflösung von 176×144 Pixel für PAL-Fernseher.
  - J00___6S.MP2   Bilddatei in kleiner Auflösung von 96×80 Pixel für PAL-Fernseher. PAL
- VIDEO_TS (Video Title Sets), dieses Verzeichnis enthält die eigentlichen Videodaten einer DVD-Video. Folgende spezifizierte Dateien sind dort u. a. anzutreffen:
  - VIDEO_TS.IFO   (VMGI - Video Manager Information für den VMGM), diese Datei enthält grundlegende Informationen über die vorhandenen Video Title Sets sowie Informationen zur Wiedergabe der Datei VIDEO_TS.VOB.
  - VIDEO_TS.BUP   (VMGI_BAK - Video Manager Information Backup), Backup der VIDEO_TS.IFO-Datei.
  - VIDEO_TS.VOB   (VMGM_VOBS - Video Object Set for VMG Menu), enthält die Video-Objekte für das Title-Menü (gemultiplexte Video-, Untertitel- und Audiodateien).
  - VTS_01_0.IFO   (VTSI - Video Title Set Information), enthält Informationen über das Video Title Set und das Video Title Set Menu. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist immer 0.
  - VTS_01_0.BUP   (VTSI_BAK), Backup der VTS_01_0.IFO-Datei.
  - VTS_01_0.VOB   (VTSM_VOBS), enthält die Video-Objekte für des VTS-Menüs. Diese Datei ist nur vorhanden, wenn dieses Title Set ein Menü besitzt. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (0) ist bei Title Set Menu VOBs immer 0.
  - VTS_01_1.VOB   (VTSTT_VOBS), enthält die Video-Objekte der Titel. Die erste Zahl (01) gibt die Title Set Nummer an, die zweite Zahl (1) die Dateinummer (die maximale Dateigröße auf DVD-Videos ist 1 GB, weshalb es notwending werden kann, die Daten in mehrere Dateien aufzuteilen).

Videoformate

Die Videodaten einer DVD liegen normalerweise als MPEG-2-komprimierter Datenstrom vor. Das ältere MPEG-1-Format der Video-CD wird ebenfalls unterstützt, hat jedoch kaum praktische Bedeutung. Der Standard sieht eine Bandbreite für Audio und Video von insgesamt bis zu 9,8 MBit/s vor. PAL-DVDs (z. B. in Europa verwendet) bieten eine Auflösung von 704x576 / 720x576 / 768x576 Bildpunkten mit einer Bildfrequenz von 25 Hz, während die im amerikanischen Raum und in Japan verbreiteten NTSC-DVDs eine Auflösung von 704x480 / 720x480 / 768x480 Punkten bei einer Frequenz von 29,97 Hz aufweisen. Auf NTSC-DVDs können Videos jedoch auch in 23,976 Hz vorliegen und ein Flag im Videostrom teilt dem Ausgabegerät mit, welche Halbbilder es doppelt zeigen kann, um auf die für NTSC-Ausgabe nötigen 29,97 Hz zu kommen. Gesonderte SECAM-DVDs existieren nicht, da sich PAL und SECAM lediglich in der Farbkodierung, nicht aber in Auflösung und Bildfrequenz unterscheiden, und die Farbkodierung nicht auf der DVD gespeichert, sondern erst bei Bedarf im Player erzeugt wird. Auf DVD-Videos kann Video in Halbbildern (50 pro Sekunde bei PAL; 59,94 pro Sekunde bei NTSC) oder Vollbildern vorliegen. Damit Ausgabegeräte, die nur in Vollbildern bei der nötigen Bildfrequenz arbeiten können, die Bilder besser darstellen können, kann im Videostrom markiert werden, welche Halbbilder zusammengehören und zusammengesetzt ein Vollbild ergeben. Da die Auflösung von 720x576 Bildpunkten für PAL bzw. 720x480 Punkten für NTSC nicht exakt dem Seitenverhältnis eines normalen Fernsehers entspricht (4:3 bzw. 16:9), liegt der Videostrom gestaucht vor; zusätzlich wird die sog. Aspect ratio gespeichert, also das Seitenverhältnis, mit dem die Videodaten später angezeigt werden sollen, damit der Decoder (Software oder DVD-Player) weiß, wie er das Bild später entzerren soll.
- Auflösungen die für Videostreams zulässig sind:
  - 720x480 (NTSC, nur mit MPEG-2)
  - 720x576 (PAL, nur mit MPEG-2)
  - 704x480 (NTSC, nur mit MPEG-2)
  - 704x576 (PAL, nur mit MPEG-2)
  - 352x480 (NTSC, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x576 (PAL, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x240 (NTSC, MPEG-1 & MPEG-2)
  - 352x288 (PAL, MPEG-1 & MPEG-2)

Tonformate

Der Ton einer Video-DVD kann in den Formaten PCM (2-kanalig, transparent), DTS, MPEG-2 Audio oder Dolby Digital (alle 6-kanalig und datenreduziert) vorliegen. NTSC-Player müssen lediglich PCM und Dolby Digital unterstützen, die übrigen Formate sind optional. In Ländern, in denen die PAL-Fernsehnorm verwendet wird, waren ursprünglich nur PCM und MPEG-2 Audio als verbindlich vorgesehen. Auf Druck von Öffentlichkeit und Industrie wurde jedoch auch Dolby Digital für die Hersteller PAL-kompatibler DVD-Player ein verbindliches Tonformat. Eine DVD-Video unterstützt bis zu 8 verschiedene Tonspuren. Dies wird z. B. genutzt, um verschiedene Audioformate und / oder Sprachen auf einer DVD unterzubringen. Daneben stehen noch 32 Untertitelspuren zur Verfügung.

Menüstruktur

Zum Verbessern der Interaktivität einer DVD stehen dem Gestalter vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein DVD-Menü aufzubauen. Einerseits können die Hintergründe eines Menüs aus einem statischen Bild bestehen, andererseits aus einem Videostrom. Für diesen gelten dann die gleichen Vorgaben wie für das restliche Videomaterial. Hierbei muss die Schleife sehr geschickt angelegt werden, damit ein kleiner Ruckler am Ende des Videos so unauffällig versteckt werden kann. Auch für die Menüpunkte gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu realisieren. Die gängigste Methode ist die Verwendung von Untertitelspuren, mit deren Hilfe sich eine maximal vierfarbige, in PAL-Auflösung eingestellte Bitmap mit einem Menüpunkt überlagern lässt. Diese Grafik kann bis zu drei verschiedene Zustände haben: # nicht ausgewählt # ausgewählt # aktiviert Eine andere Möglichkeit ist die Benutzung von "Vollfarbenmenüs", welche verschiedene Vor- und Nachteile birgt. Denn in Vollfarbenmenüs lassen sich zwar die verschiedenen Menüpunkte durch Vollfarbenbilder darstellen, aber es muss immer ein komplett neues Menühintergrundbild geladen werden, was die Navigation erheblich verlangsamen kann. Außerdem hat jeder Menüpunkt somit nur noch zwei Zustände zur Verfügung: # nicht ausgewählt # ausgewählt Dies stört besonders dann, wenn nach dem Aktivieren eines Menüpunktes eine gewisse Ladezeit vergeht. Was bei einer Untertitelspur dann durch den Zustand "aktiviert" klar wird. Diese Rückkopplung fehlt bei einem Vollfarbenmenü leider. In ein Menü dürfen maximal 36 Knöpfe eingebaut werden. Hierbei muss beachtet werden, dass Untertitelspuren nicht skaliert werden. Das heißt, wenn auf einer DVD ein Menü in 16:9 und in 4:3 sein soll, müssen die mit Untertitelspuren eingebauten Knöpfe auch in beiden Formaten vorliegen. Somit sind pro Menü nur noch 18 Knöpfe möglich, da jeder Knopf doppelt in das Video eingebettet werden muss.

Skriptsprache

Es ist möglich, bei DVD-Menüs eine Skriptsprache zu benutzen, die allerdings trickreich ausgenutzt werden muss, um eine Kompatibilität zu gängigen DVD-Playern zu wahren. Es gibt 16 Speicherstellen, von denen acht für eigene Skripte benutzt werden können. Jede dieser acht Speicherstellen kann eine Zahl zwischen 0-65535 speichern. Die Skripte können für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Zum Beispiel kann nach dem Abspielen eines Trailers gesteuert werden, welcher Button beim Wiedereintritt ins Menü vorausgewählt ist. Auch lassen sich über Skripte Voreinstellungen des DVD-Players, wie Sprache und Seitenverhältnis, auslesen.

Normen, Standards und Lizenzierung

0-65535 Von der DVD-Video gibt es im Gegensatz zu den anderen DVD-Varianten, wie etwa der DVD-ROM, DVD-RAM usw., weder Normen von der ISO noch öffentliche Standards etwa bei der ECMA. Das DVD-Forum ist bei der DVD-Video nicht diesen üblichen Weg gegangen, weil sie damit mehr Möglichkeiten zur Sicherstellung des DVD-Kopierschutzes und der Kompatibilität von DVD-Geräten erhält. Die exakte DVD-Video-Spezifikation ist nur gegen eine Gebühr und besonderen Auflagen beim DVD-Forum beschaffbar. Nur Hersteller, welche die Kritierien des DVD-Forums erfüllen, erhalten das Recht das begehrte Kompatibilitätslogo (vgl. Abbildung) auf ihren Produkten anbringen zu dürfen (Lizenzierung), wie etwa auf DVD-Abspielgeräten oder DVD-Video-Medien.

Literatur


- Taylor, Jim (2001): DVD Demystified, 2. Aufl. mit DVD-Video, New York: McGraw-Hill, ISBN 0-07-135026-8.
- Beier, Lars-Olav; Schul, Thomas; Wolf, Martin (2005): „Goldrausch mit Silberlingen“ in: Der Spiegel, , 58. Jahrgang (2005) Heft 24, Seiten 128–132, [http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,360061,00.html auch online abrufbar gegen Gebühr].

Weblinks


- [http://www.dvddemystifiziert.de/1.html dvddemystifiziert.de] – Häufig gestellte Fragen zur DVD aus der Newsgroup [news://rec.video.dvd].
- [http://members.aon.at/neuhold/dvd/dvd_knowhow.html Neuholds DVD-Video-Grundlagenwissen] - Kurze Darstellung mit einigen Abbildungen.
- [http://www.robertsdvd.com robertsdvd.com] - Weitere viele aktuelle Links und Infos (englischsprachig).
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/frei/7544/1.html Telepolis] - Wie das DVD-Region-Code-System die Informationsfreiheit beschneidet.
- [http://www.biff-filmfestival.de/bildformate.html biff-filmfestivial.de] - Ausführliche Hintergrundinformation zur DVD-Produktion, wie Formate, Farben, Probleme usw.
- [http://www.cinefacts.de/dvd/ Cinefacts] - Deutschlands größte DVD-Datenbank
- [http://www.dvd-sucht.de/codefree.php DVD-Sucht] - Größte deutschsprachige Codefreedatenbank Kategorie:Speichermedium Kategorie:Videotechnik ja:DVD-Video

DVD-Audio

Die DVD-Audio ist eine DVD-Variante, die zur Wiedergabe von Musik dient. Sie ist für Viele ein Nachfolger der Audio-CD (Compact Disc).

Aufbau der DVD-Audio

Eine DVD-Audio ist eine DVD-ROM, die in einem speziellen Unterverzeich